In Words...
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It's Showtime for Love and Sin

Von Tinte und Pergament erlöst

Die Sonne versank langsam mit den letzten wärmenden Strahlen des Maitages hinter dem Horizont, während eine Eule mit breitgespannten Flügeln über die Hogwarts Ländereien flog, um auf Jagd zu gehen.

Die 17-jährige Hermione Granger saß am Schreibtisch, kritzelte eifrig in das vor ihr liegende Buch und schien sich weder von dem ständigen Türenknallen, welches von draußen her laut hereindröhnte, noch von der kleinen Spinne, die am Fenster vor ihr munter ihr Netz sponn, stören zu lassen.
Es bedarf nur noch einigen Wörtern, dann würde sie fertig sein. Nur noch einzelne Details müssten eingebracht werden, manche Charaktere ein paar Sätzchen sprechen und ihr Werk würde vollendet sein.

Die große Hogwartsturmuhr schlug schließlich sieben, als Hermione entgültig ihre Feder niederlegte und voller Stolz ihr Werk betrachtete, für das sie sogar einige wertvolle Unterrichtsstunden geopfert hatte. Und das so kurz vor den UTZ-Prüfungen! Doch nun war es endlich Zeit für "It's Showtime for Love and Sin" in der Hexenwoche!


Der nächste Morgen begann für Hermione wie jeder andere Morgen auch, mit dem Frühstück in der Großen Halle. Harry und Ron saßen bereits munter am Tisch der Gryffindors und ließen sich ungestüm über Professor Snape aus, der ihrer Meinung nach eine schlichtweg unerfüllbare Hausaufgabe gegebene hatte, als er von ihnen verlangte, einen Mondstein für die heutige Stunde zu besorgen, welchen sie für den Enthüllungszauber benötigten.

"Ich sag dir, dass hat er mit Absicht gemacht!", schimpfte Ron und schob sich einen Löffel voller Flocken in den Mund. "Mondsteine sind wahrscheinlich wertvoll und unheimlich teuer. Er wusste genau, dass wir an solche Dinger nicht kommen können. Malfoy hat sicher einen von seinem Vater geschickt bekommen."
"Ron, jetzt mach aber mal halblang", begann Hermione kopfschüttelnd. "Habt ihr denn überhaupt nach welchen gesucht?"
"Wir waren schon mal draußen", meinte Harry.

"Wenn ihr mit mir gegangen wärt und nicht ständig Quidditch im Kopf gehabt hättet, dann hättet ihr auch welche gefunden. Mondsteine sind nicht teuer und man findet sie auch ganz leicht, wenn man nur weiß, wann man danach suchen soll, denn sie werden nur in der Dunkelheit als solche sichtbar - wenn man's ganz genau nimmt, dann eigentlich nur bei Vollmond."
"Das hast du uns nicht gesagt!", rief Ron empört.
"Du hast ja auch nicht danach gefragt und außerdem steht es im Buch. Ich bin davon ausgegangen, dass ihr wenigstens dann einen Blick hineinwerft, wenn ihr Arbeiten zu erledigen habt."

Hermione erbarmte sich letztendlich dazu ihren Mondstein mit ihren Freunden zu teilen und so saßen schließlich Harry und Ron mit einem zufriedenen Grinsen in Zaubertränke neben ihr, als Professor Snape mit spöttischer Miene an ihrem Tisch entlang schritt und die drei Teile unbeeindruckt betrachtete.

"Nun, wie ich sehe hat jeder von Ihnen die von mir gestellte Aufgabe erfüllen können", scharrte seine ölige Stimme durch den Kerker. "10 Punkte für Slytherin, für den besonders großen Mondstein von Mr Malfoy. Wirklich sehr gut."

Ron warf Hermione einen vielsagenden Blick zu. Als sie Malfoy Mondstein unter die Lupe nahm, musste sie ihrem Freund wohl oder übel auch Recht geben. Wahrscheinlich hatte ihm doch Lucius Malfoy einen geschickt, denn dieser war so groß, dass er ihn nur an speziellen Mondstein-Gruben hätte finden können. Besonders missfiel ihr allerdings das, für ihren Geschmack viel zu zufriedenen, Grinsen auf seinem Gesicht und die Art, wie er sich selbstgefällig sein blondes Haar aus der Stirn wischte, als wäre er Mister Superstar Malfoy höchstpersönlich.

Als Snape allerdings fortfuhr, zwang Hermione sich dazu sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich nicht über kleine Frettchen aus Slytherin Gedanken zu machen.

"Ich habe die Rezeptur für den Enthüllungstrank an die Tafel geschrieben. Sogar dem Dümmste unter Ihnen müsste es möglich sein, das Gemisch wirkungsvoll zusammen zu brauen." Snape hielt kurz inne und sah drohend zu Neville Longbottom, der in diesem Moment neben Hermione kleiner und kleiner wurde. "Sie haben 45 Minuten Zeit und keine Minute länger."

Das sollte schließlich den Startschuss darstellen. Während Hermione einen Blick auf das Rezept warf, musste sie Snape insgeheim Recht geben, denn dieser Trank war wirklich der einfachste seit langem und konnte einem nicht wirklich große Probleme bereiten. Dessen war sie sich aber zu früh sicher gewesen, denn kaum hatte Neville auch schon so vorsichtig wie möglich etwas in seinen Kessel geschüttelt, hatte dieser zu laut zu zischen begonnen und Funken war aus ihm gesprüht.

Es hatte eine Weile gedauert, bis Hermione Nevilles Schaden wieder beheben konnte. Sie vermutete aber, dass es nicht an Neville gelegen, sondern ein Slytherin etwas in seinen Kessel getan hatte, was sich schließlich mit der Mixtur aus Ingwerwurzeln und Liliensaft nicht vertrug. Auf jeden Fall war sie ziemlich genervt, als sie schließlich mit dem Brauen ihres eigenen Tranks begann.

Im Zaubertrankklassenzimmer hatte sich inzwischen eine stickige Hitze ausgebreitet und während Hermione hektisch in ihrem Buch hin und her blätterte und immer rasch zur Tafel sah, um noch rechtzeitig fertig zu werden, versuchte sie gleichzeitig auch Neville unter die Arme zu greifen, indem sie ihm wie so oft auch, sagte, was er zu tun hätte. Die letzten zehn Minuten ließ sie letztes jedoch ganz bleiben, denn inzwischen war die Farbe seines Zaubertranks so stark von der hellgrünen Flüssigkeit abgewichen, dass sie keine Chance mehr sah, dass Gebräu zu retten.

Gerade noch rechtzeitig und mit dem letzten kleinen Körnchen, welches durch die Sanduhr floss, schaffte Hermione es schließlich noch einmal nach links zu rühren und somit den Trank zu vollenden. Sehr zu ihrer Verwunderung war es sogar auch Ron gelungen den Enthüllungstrank zu brauen, genauso wie es aus Harrys Kessel ebenfalls hellgrün schimmerte.

"Die Zeit ist abgelaufen!", mahnte Professor Snape in den Raum und warf einen strengen Blick in Richtung Dean. "Auch für die Mr Thomas! 10 Punkte Abzug für das Wiedersetzen der Aufgabenstellung und weitere 10 Punkte dafür, dass Sie so einen schlechten Trank zusammen gebraut haben, der sogar nicht mal durch Regelbruch noch die Aufgabe erfüllen würde, die er eigentlich erfüllen sollte."

Dean murrte etwas Unverständliches und Hermione meinte, dass Snape für einen Moment zu überlegen schien, ob er ihm dafür weitere 10 Punkte abziehen sollte, schien es allerdings dann bleiben zu lassen und wandte sich wieder dem Unterricht zu.

"Füllt nun eure Tränke in die Phiolen und legt sie mir aufs Pult", fuhr er fort.

Nacheinander gingen die Schüler nach vorne und holten sich eines der kleinen Fläschchen. Als Hermione mit ihrem zurück an ihren Platz ging, schaffte sie es gerade noch rechtzeitig zurückzuweichen und schützend die Hände vor ihr Gesicht zu legen. Ron wollte seine Flüssigkeit gerade in die Phiole geben, als diese urplötzlich unter einem lauten Klirren in der Luft zersprang und sich der Trank mitsamt den Scherben auf dem ganzen Tisch ausbreitete.

"Ron!", schrie Hermione panisch und untersuchte schnell dessen Gesicht auf mögliche Schnittwunden. "Alles in Ordnung?" Neben der verdutzen Verblüffung konnte sie daran allerdings nichts finden.

"Weitere 10 Punkte Abzug für Gryffindor, weil es Schüler unter Ihnen gibt, die zu dumm sind, um Zaubertränke in Phiolen abzufüllen!", bellte Snape wütend hinter seinem Pult hervor. "Nach Unterrichtsende werden Sie diesen Saustall wieder aufräumen!"

Hermione blickte Snape zornig entgegen und begutachtete schließlich den Schaden, den der Zaubertrank mit ihren Büchern verursacht hatte, die sie zu Beginn des Unterricht sorgfältig an den Rand des Tisches gelegt hatte. Die Seiten ihres aufgeschlagenen Zaubertrankbuches waren eingeweicht und fleckig und ihr kleines Buch-

Nein, ihr kleinen Buch! Schnell öffnete Hermione das in schwarzes Leder gebundene Büchlein, in welches sie die letzten Monate so fleißig geschrieben hatte und musste erkennen, dass die Tinte auf den Seiten so sehr verschwommen war, dass man sich ziemlich anstrengen musste, um das Ganze zu lesen. Auch hier waren Seiten eingeweicht und mit hellgrünen Flecken überdeckt.

Ein schwerer Kloß breitete sich in diesem Hals aus. Das durfte nicht sein! Langsam warf sie einen Blick auf die Bücher von Harry, der ebenfalls neben Ron gesessen hatte, doch diese schienen vollkommen in Ordnung zu sein. Warum musste das ausgerechnet ihr passieren?!

Monatelange Arbeit, und dann verschwamm alles plötzlich von einer Minute auf die andere, weil aus Versehen Flüssigkeit darüber geschüttet wurde?

Hermione versuchte die aufkeimenden Tränen zu unterdrücken und beschloss nach dem Unterricht es Mithilfe eines Zaubers wieder leserlich zu machen. Allerdings hatte sie wenig Hoffnung, denn Zaubertränke konnten nicht so einfach durch Flüche eingesogen werden, wie ganz normale Feuchtigkeiten. Schon einige ihrer Lieblingskleidungsstücke hatte sie für dieses Fach opfern müssen und inzwischen auch begriffen, dass man lieber einen mitgenommen Pullover überzog, als eine neue Bluse.

Gott sei Dank klingelte es auch bald und Hermione beeilte sich, um schnell aufs Klo zu verschwinden. Sie probierte die möglichsten und sogar unmöglichsten Flüche an den verklebten Seiten aus, allerdings schien keiner von ihnen auch nur Ansatzweise zu funktionieren. Nur einmal hätte sie beinahe das Buch in Flammen aufgehen lassen, allerdings hätte sie damit genau das Gegenteil mit ihrem Vorhaben bezweckt. Nun war eine Ecke angekokelt und schien Rettung somit nur noch unmöglicher zu machen.

Verzweifelt blätterte Hermione noch einmal durch das Buch, als ihr plötzlich etwas ins Auge fiel. Erschrocken blätterte sie noch einmal zurück und musste erkennen, wie die Schrift langsam unter einem grünlichen Schimmer nach und nach verschwand. So lange, bis schließlich nur noch die Flecken auf der Seite übrig blieben. Hektisch blätterte Hermione eins weiter und stellte fest, dass hier das Gleiche vor sich ging.

Verdammt, was war denn auf einmal hier los?!

Irgendeiner ihrer Zauber musste das bewirken, denn anders konnte Hermione sich das einfach nicht erklären. Mit jeder weiteren leeren Seite sank jedoch nach und nach ihre Hoffnung den Inhalt des Buches jemals wieder unbeschadet auf die Seiten zurückzubringen und so klappte Hermione es schließlich ganz zu, als auch die Tinte auf der letzten Seite vollständig verschwunden war.

Zurück blieb einfach nur Leere in Hermione und ein seltsames Gefühl, was sich langsam in ihrem Magen auszubreiten schien. Erst begann es nur schwach, doch schließlich wurde die Schmerzen immer größer, während eine abrupte und unnatürlich starke Hitze auf einmal auf ihrer Haut brannte. Hermione keuchte erschrocken auf und betrachtete verzweifelt ihre kleinen Hände.

Das Bild von ihrer Augen verschwamm, so dass es wirkte, als würde sie alles doppelt sehen. Ihr Körper spannte sich auf seltsame Art und Weise und Hermione konnte inzwischen nicht mehr anders als in panischen, schmerzerfüllten Schreien auszubrechen. Schnell wollte sie von dem geschlossenen Toilettendeckel aufspringen und hinaus zum Spiegel stürmen, um sie sehen, was mir ihr geschah, jedoch versagten ihre Beine schon nach dem ersten Schritt und sie sank langsam zu Boden. Dort untern verlor sie schließlich das Bewusstsein und wurde von vollkommener Schwärze empfangen.


"Hey!", dröhnte eine Stimme an Hermiones Ohren. "Hey, mach auf!"

Laut pochte jemand gegen etwas und einen Augenblick später waren abermals die lauten Rufe zu vernehmen. Es dauerte eine Weile, bis Hermione begriff, dass sie damit gemeint sein könnte und öffnete vorsichtig ihre Augen. Gedämpftes Licht empfing sie und sie erkannte weiße Fliesen vor sich, auf denen einen halben Meter entfernt Schuhe standen. Langsam versuchte Hermione an den Füßen empor zu sehen, jedoch wurde ihr Sichtfeld durch eine weiße Tür versperrt.

Hermione erhob sich langsam vom Boden. Sie hatte nicht viel Zeit sich darum zu kümmern, warum sie überhaupt hier lag oder wo sie war, denn im Moment musste sie sich viel zu sehr dafür anstrengen, überhaupt festen Halt zu bekommen.

"Mach endlich auf oder ich werde die Tür sprengen!", rief schließlich erneut die Stimme.

Eindeutig weiblich, stellte Hermione fest und bevor das Mädchen ihre Drohung in die Tat umwandeln konnte, entriegelte sie das Schloss und öffnete vorsichtig die Tür.

"Na, endlich!", meinte sie. "Ich habe Schreie-"

Dann hielt sie aber inne und betrachtete Hermione verdutzt. Nur verschwommen konnte Hermione die Umrisse des Mädchens erkennen, allerdings glaubte sie, dass langes blondes Haar über ihre Schultern fiel und blaue Augen ihr überrascht, ja fast schon erschrocken, entgegensahen. Einen Augenblick später blitzte schließlich dann Wut in ihrer Miene.

"Was machst du hier?", keifte die Blonde. "Hast du keine eigene Toilette, oder was?"

Hermione wollte etwas darauf erwidern, doch es schien unheimlich schwer auch nur ein klares Wort hervorzubringen. Dafür schmerzte ihre Kehle fiel zu sehr, auch war sie seltsamerweise viel zu schwach dafür.

"Und was hast du überhaupt an?"

Nur schwer drang die Bedeutung ihrer Worte in Hermiones Bewusstsein. Viel zu schwer, also beschloss Hermione das Mädchen zu ignorieren und schleppte sich langsam an ihr vorbei zu den Spiegeln an den Waschbecken, während sich ihre Sicht, ebenfalls aber viel zu langsam, klärte.

Dass ihr aber nicht die gewohnten braunen Augen entgegensahen und auch nicht die lange buschige Mähne ihr Gesicht umrahmte, begriff sogar sie in ihrem Zustand. Stattdessen konnte Hermione im Spiegel jemand mit silberblonden kurzem Haar und grauen Augen erkennen. Jemanden, mit einem spitzen hellen Gesicht, schmalen Lippen und kleiner Nase. Jemanden, der zwar gut aussah, jedoch jemanden, der erschreckend Draco Malfoy ähnelte. Einem Jungen!

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